Biografieorientiertes Handeln in der Kita: Transfer in die pädagogische Praxis
Was steckt hinter dem Verhalten eines Kindes? Welche Erfahrungen, Bedürfnisse und Beziehungen können eine Rolle spielen – und wie gelingt es, auch in herausfordernden Situationen Ressourcen und Entwicklungsmöglichkeiten im Blick zu behalten?
Kursbeschreibung
Warum verhält sich ein Kind in einer bestimmten Situation so? Welche Erfahrungen könnten für sein Verhalten eine Rolle spielen? Und wie gelingt es, auch in herausfordernden Situationen Ressourcen und Entwicklungsmöglichkeiten wahrzunehmen?
Biografisches Wissen und eine reflektierte pädagogische Haltung können dabei helfen, Kinder und Familien in ihrer Individualität besser zu verstehen und pädagogisches Handeln bewusster auszurichten.
Dabei geht es nicht darum, Verhalten vorschnell mit bestimmten biografischen Erfahrungen zu erklären. Vielmehr wird der Blick dafür geschärft, unterschiedliche Lebens- und Entwicklungsgeschichten sowie individuelle Bedürfnisse in die pädagogische Reflexion einzubeziehen.
Anhand von Alltagssituationen und Praxisbeispielen wird betrachtet, wie individuelle Lebensgeschichten, Bedürfnisse, Ressourcen und Bindungs- und Beziehungserfahrungen in die pädagogische Arbeit einbezogen werden können. Dabei geht es insbesondere darum, Verhalten besser zu verstehen, Ressourcen wahrzunehmen, herausfordernde Situationen zu reflektieren und konkrete Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Neben fachlichen Impulsen aus Heilpädagogik und Entwicklungspsychologie erwarten Sie u. a. fallbezogene Arbeit aus dem (heil)pädagogischen Alltag, kollegialer Austausch, ressourcenorientierte Methoden sowie ein Blick auf den Transfer in die eigene Berufspraxis. Sie gewinnen dabei Anregungen für den pädagogischen Alltag:
- Sie betrachten konkrete Situationen aus einer biografieorientierten Perspektive.
- Sie können eigene Deutungen und Handlungsmuster hinterfragen.
- Sie erhalten Impulse, Lebens- und Entwicklungsgeschichten stärker in die pädagogische Reflexion einzubeziehen.
- Sie stärken eine ressourcen- und teilhabeorientierte Perspektive – auch in herausfordernden Situationen.
- Sie entwickeln eigene Ideen für den Transfer in Ihren pädagogischen Alltag.
Hinweise: Dieser Qualifizierungskurs ist in seiner gesamten Ausrichtung von einer heilpädagogischen Grundhaltung geprägt. Ausgangspunkt ist ein ganzheitliches Verständnis von Entwicklung, bei dem das Kind als eigenständige Persönlichkeit mit individuellen Fähigkeiten, Bedürfnissen, Interessen und Entwicklungsmöglichkeiten im Mittelpunkt stehen. Heilpädagogisches Handeln bedeutet dabei, den Menschen in seiner Einzigartigkeit, seiner Lebensgeschichte und seinem jeweiligen sozialen und räumlichen Umfeld wahrzunehmen. Entwicklung wird als individueller Prozess verstanden, der durch Beziehung, Beteiligung, Selbstbestimmung und passende Entwicklungsbedingungen unterstützt werden kann.
Der Kurs richtet sich an alle pädagogischen Fachkräfte. Vorkenntnisse im Bereich Heilpädagogik sind nicht erforderlich.

