Armutssensibles Handeln im Kita-Alltag: Chancen stärken und Barrieren abbauen
Kinderarmut ist bittere Realität und betrifft uns alle. Armutssensibles Handeln ist keine Zusatzaufgabe für Kitas, sondern die Basis für echte Chancengerechtigkeit. Armut zeigt sich im Kita-Alltag komplex in mehreren Dimensionen, die sich aus den Lebenslagen der Kinder und ihrer Familien ergeben und Scham, Fremd- sowie Selbststigmatisierung auslösen. Hier anzusetzen bedeutet, Lebenswege von Anfang an so positiv wie möglich zu verändern und Lebenschancen zu stärken. Das erfordert Fachwissen, Barrierefreiheit sowie eine armuts- und diskriminierungssensible Haltung. Gezieltes Handeln und Praxismethoden verankern diesen Ansatz im Alltag.
Kursbeschreibung
Armut beeinflusst die Bildungs- und Entwicklungschancen von Kindern ganz massiv, in Deutschland sogar noch stärker als in anderen Ländern. Kindertagesstätten sind zentrale Orte, um diese Ungleichheiten frühzeitig und gezielt abzufedern).
Dieses Seminar vermittelt Teilnehmenden Wissen zur Entwicklung und Sicherung der eigenen und teambasierten armutssensiblen Haltung im Kita-Alltag, indem aktuelle Daten, Fakten und die Ursachen von Armut beleuchtet werden. Die Teilnehmenden betrachten und ermitteln die sichtbaren und unsichtbaren Folgen von Armut für die kindliche Entwicklung und legen einen besonderen Fokus auf die Belastungen betroffener Kinder und Familien in den verschiedenen Lebenslagen.
Zum einen widmen sich die Seminar-Teilnehmenden auf der Grundlage auf der Grundlage des Anti-Bias-Konzepts der Reflexion eigener Vorurteile und verinnerlichter Stereotype im Beruf. Darauf aufbauend entwickeln sie zum anderen Möglichkeiten für die eigene Praxis, um Räume und Materialien vorurteilsbewusst und armutssensibel zu gestalten. Ziel ist es, eine dauerhaft stigmatisierungsfreie Kommunikation mit Eltern und Kindern zu etablieren sowie individuelle Ressourcen und Talente der Kinder gezielt zu unterstützen. Das Seminar zeigt konkrete Wege für eine barrierefreie Teilhabe auf und hilft dabei, verlässliche Kooperationen sowie Netzwerke im Sozialraum aufzubauen.
Durch fundiertes Hintergrundwissen über prekäre Lebenslagen (Lebenslagenansatz, ISS e.V., Dr. Irina Volf) entwickeln die Teilnehmenden eine nachhaltig armutssensible Haltung für ihre tägliche Praxis. Konkrete Methoden sichern dabei die Bildungs- und Teilhabechancen für jedes Kind. Die Inhalte werden über praxisnahe Fachimpulse und intensive Gruppenarbeit vermittelt und gemeinsam weiterentwickelt. Zudem vertiefen Fallarbeit, ein kollegialer Austausch und anschauliche Praxisbeispiele das Wissen, sodass es sich direkt in das Handeln im Kita-Alltag übertragen lässt.

